Die Geschichte des Biergartens

In den warmen Sommermonaten ist der Biergarten ein beliebtes Ausflugsziel. Man kommt zusammen, macht es sich auf den rustikalen Bierbänken gemütlich und genießt das ein oder andere schöne kühle Bier.

von Revier Südost • 19. Mai 2021

Dabei war der Wunsch danach, ein Bier im Sommer genießen zu können, der Ursprung der Entstehung des heute allseits bekannten traditionellen Biergartens.

Natürlich beginnt die Geschichte der Biergärten in Bayern. Im 16. Jahrhundert brachen in München jeden Sommer fatale Brände aus, welche durch das anfeuern der Siedekessel in den Brauereien verursacht wurden. Um die verheerenden Brände zu verhindern, war es ab dem Jahre 1539 nicht gestattet, zwischen dem Tag des heiligen Georg (23.04.) und dem des heiligen Michael (29.09.) Bier zu brauen.
Das letzte Bier des Winters wurde also im März gebraut und bekam deshalb den Namen „Märzenbier“. Dieses war ein untergäriger und stärkerer Gerstensaft, damit es etwas länger haltbar war. Aber auch das Märzenbier musste gekühlt werden, damit es nicht verdirbt.

Im 19. Jahrhundert begannen die Münchner Bierbrauer deshalb, Bierkeller bzw. „Märzenkeller“ neben ihren Brauhäusern zu errichten. Durch den hohen Grundwasserspiegel in und um München, konnten die Keller allerdings oft nicht tief genug angelegt werden, um das Bier ausreichend zu kühlen. In den Wintermonaten wurde von den umliegenden Weihern Eis gesägt, um so das Bier in den Sommermonaten zusätzlich zu kühlen. Zu dem musste die geringe Tiefe der Keller durch einen Sonnenschutz ausgeglichen werden.
Genau hier entstand das heute so typische Bild eines Biergartens. Damit der Boden über den Bierkellern sich nicht zu sehr erwärmt, wurde er mit Kies bestreut. Außerdem pflanzten die Brauereien Kastanien in ihre Biergärten. Diese wachsen vergleichsweise schnell, haben große Blätter welche viel Schatten spenden und sie wurzeln außergewöhnlich flach, sodass die Kellergewölbe nicht beschädigt wurden.

Im heißen Sommer haben natürlich auch die Menschen ein schattiges Plätzchen gesucht und sich unter den großen Kastanien versammelt. Kurzerhand haben die Brauereien Tische und Bänke aufgestellt und das frisch gezapfte Bier direkt aus dem Keller an die durstigen Münchner verkauft. Schnell wurden in den neu geborenen Biergärten auch andere Getränke und Speisen verkauft. Das gefiel den Wirten überhaupt nicht, denn da ihre Gaststätten keine Außenbereiche hatten, blieb ihnen im Sommer die Kundschaft aus. Um den Streit zu schlichten, beschloss König Maximilian I 1812, dass die Brauereien weiterhin ihr Bier ausschenken durften, jedoch keine Speisen und anderen Getränke verkaufen duften. So entstand die Tradition, seine eigene Brotzeit mit in den Biergarten zu bringen.

Obwohl heute die meisten Biergärten auch Essen an ihre Gäste verkaufen, besteht das Recht seine eigenen Speisen mitzubringen bis heute. In vielen Biergärten ist es mittlerweile Brauch, dass wenn am Tisch bedient wird, keine eigenen Speisen mitgebracht werden dürfen. Diese Tische oder Bereiche sind oft durch Tischdecken gekennzeichnet, welche im Selbstbedienungsbereich grundsätzlich fehlen.

Von den ursprünglichen Biergärten mit ihren Bierkellern existieren heute noch der Augustiner-Keller, der Paulaner am Nockherberg sowie der Hofbräukeller.

(Bild: Max Liebermann: Brannenburger Biergarten, 1847, Öl auf Leinwand)

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